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Johann und Johanna B(rahms)
Plakat Brahms
Julia Fischer,
die junge Weltklasse-Geigerin aus München, hat ihre Einspielung vom
Violinkonzert op. 77 von Johannes Brahms
in visualisierter Form mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra
unter Yakov Kreizberg für unser
Musiktheater „Johann und Johanna B.“ (=Brahms)
mit freundlicher Erlaubnis der
Pentatone Music Amsterdam zur Verfügung gestellt.


Sujet für ein neues Stück von W. Mose
 „Johann und Johanna B.“ oder   „Solange du da bist, lebe ich.“

Szene 01 im Büro des Regisseurs W. Mose im heutigen Wien.
Bewerbungsgespräch der Schauspielerin Johanna: Dabei erklärt ihr Mose, dass das neue Zwei- Personenstück, das romantisch und erotisch zugleich ist, ohne jegliches gesprochene Wort abliefe. Es sei komplett unterlegt mit dem Violinkonzert in D von Johannes Brahms und erfordere äußerste Kreativität von Regie und Schauspielern. Dieses Stück dauere zirka eine dreiviertel Stunde.

Szene 02 im Büro des Regisseurs W. Mose.
Mose erklärt der sehr erfreuten Johanna und dem ebenfalls erschienenen Schauspieler Johann, dass die Besetzungswahl auf sie gefallen sei.  Er wiederholt, der Inhalt des Stückes müsse von beiden weitgehend improvisiert werden, wobei der Handlungsablauf und -schwerpunkt – Freud’ und Leid einer Beziehung – gemeinsam mit dem Regisseur mit der Musik von Brahms verknüpft und so schriftlich im Klavierauszug des Violinkonzertes verbindlich für die Aufführung festgehalten werde.

Szene 03 in einem Wiener Heurigen.
Die beiden Schauspieler besprechen allein markante Szenen im 1. Satz von Brahms und kommen sich dabei menschlich näher. Sie sprechen dabei auch über ihren Regisseur, dessen häufigster Satz jetzt sei: „Gib mehr, Johanna!“ Ihn (Johann) erinnere dies zunehmend an den legendären O.W. Fischer, Hauptdarsteller des „Solange du da bist“. Dazu hört man leise Heurigenmusik.

Szene 04 auf der Probebühne
Die im Lokal besprochenen Szenen werden mit der Musik von Brahms in die Darstellung umgesetzt. Man spürt, dass beide Schauspieler bis zur Erschöpfung arbeiten.

Szene 05 auf der „Bühne“.
Premiere: Es erklingt der 1. Satz des Violinkonzerts ohne Unterbrechungen mit zeitgleichem Ablauf eines speziell gedrehten Kulissenfilms.. Die Darstellung ohne Worte dazu nimmt ihren geplanten Verlauf. Dauer ca. 23 Minuten.

P a u s e

Szene 06 im selben Heurigen.
Die inzwischen sehr vertraut gewordenen Schauspieler resümieren am Vorabend des letzten gemeinsamen Auftritts die abgelaufenen 24 Aufführungen. Es erklingt leise Heurigenmusik. Johann gesteht Johanna erst heute, dass er nach Ende der gemeinsamen Arbeit ein Engagement in Amerika angenommen habe und bereits um Mitternacht nach der morgigen letzten Vorstellung von einem Freund mit dem Auto zur Abreise aus Europa abgeholt werde. Entsetzt hierüber muss sie  berichten, dass sie den Vertrag über eine Hauptrolle eines neuen Stückes von W. Mose  bereits unterschrieben habe. Mose kommt hinzu und lobt beide Schauspieler. Allzu Menschliches zwischen ihnen sei ihm nicht entgangen! Dies habe aber ihre gemeinsame Leistung wesentlich gesteigert. Später bringt Mose beide einzeln nach Hause.

Szene 07 auf der „Bühne“.
Letzte Aufführung: Die beiden letzten, kürzeren Sätze des Violinkonzerts laufen mit der Fortsetzung des Kulissenfilms ab. Dauer zusammen ca. 18 Minuten. Wie von Geisterhand getrieben, verlassen die Schauspieler im 3. Satz bald den eingeplanten weiteren Ablauf, dh., die Bühne, auf der die Hochzeitsgesellschaft tafelt und finden sich in einem angedeuteten Waldstück inmitten des Zuschauerraums wieder.
Die Zuschauer sollen dabei merken, dass die Grenze von Schauspiel und Wirklichkeit zwischen beiden Menschen hier und jetzt weit überschritten wird. Dazu schüttelt der Regisseur öfters sichtbar den Kopf, und man sieht ihm seinen Kommentar (zuerst Zustimmung, später Ablehnung) an.

Szene 08 beim Heurigen am selben Abend
Der Abschied, der jetzt von beiden eigentlich nicht mehr gewollt wird, ist da. Sie berichtet Johann, dass Mose ihr heute überschwänglich gesagt habe: „ Solange du da bist, lebe ich“. „Deshalb“ ist Johanns letzter Satz: „Wenn ich wiederkomme, hol’ ich dich hier raus!“ Beiden bleibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen und die Erinnerung an einen wunderschönen erotischen Traum. Es erklingt dazu leise wehmütige Heurigenmusik.

Szene 09 vor dem Vorhang.
Während die Schauspieler zum Empfang des Beifalls bereit stehen, sagt ein Sprecher unter Ablauf des ohne Text dreistimmigen Walzers Nr. 16 op. 39 von Brahms in etwa: „Nach 9 Monaten entband die ledige Johanna einen kräftigen Sohn, den sie Johannes nannte. Über Johann als Kindsvater kursierten eine Weile lediglich Gerüchte. Es blieb darüber hinaus nirgends ein Geheimnis, dass Johanna immer mehr die Lieblingsschauspielerin von Mose wurde.“ Danach erklingt der Brahmswalzer noch einmal.
F i n e